Legalese Folge 2: Earn-out, Deferred Compensation und Escrow

In einer weiteren Folge unserer Serie bringen wir auch heute Licht ins Dunkel der M&A-Fachbegriffe: Earn-out, Deferred Compensation und Escrow beschreiben jeweils eine Zahlungsmodalität, durch die der Verkäufer den vollständigen Kaufpreis erst nach Closing erhält.

Der Earn-out (dt. „Besserungsschein“ oder „Mehrerlösklausel“) ist die komplexeste der drei Gestaltungsvarianten. Häufig gehen die Vorstellungen der Vertragsparteien über die zu erwartende Entwicklung eines Unternehmens und den daran anknüpfenden angemessenen Kaufpreis beträchtlich auseinander.

Diese Differenzen kann ein Earn-out, jedenfalls anfänglich, überbrücken. Hierbei sagt der Käufer zu, neben einem fixen Kaufpreis eine variable Kaufpreiskomponente zu zahlen, deren Höhe abhängig von der zukünftigen Entwicklung des Unternehmens ist. Stellt sich der Verkäufer geschickt an, kann er den Verkaufserlös insgesamt maximieren. Vorteil für den Käufer ist, dass er den vollen Kaufpreis nur bei Eintritt bestimmter Prognosen zahlen muss. Nachteilig ist jedoch, dass der Verkäufer auch nach Closing noch einen Teil des unternehmerischen Risikos trägt, obwohl er dann keinen oder nur noch reduzierten Einfluss auf das Unternehmen hat. Aus diesem Grund und zum Schutz vor Manipulationen wird sich der Verkäufer absichern wollen, was wiederum dem Käufer eine schnelle Integration der Gesellschaft in seinen Konzern oder eine (teilweise) Weiterveräußerung erschwert. Nicht überraschend werden daher häufig kontroverse Verhandlungen über die Bedingungen des Earn-out geführt und es kommt nicht selten nach dem eigentlichen Abschluss der Transaktion, wenn es an die Zahlung des Earn-out geht, zu Differenzen. Auch deshalb sind Earn-out Regelungen in europäischen Transaktionen mit nur 14 Prozent eher unbeliebt ...

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