Eine kuriose Straftat oder eine gemeine Intrige: Bürgermeister soll Attentat auf sich selbst inszeniert haben

Molotow-Cocktail,Foto: Ohto Kokko

Der Fall dürfte wohl ziemlich einzigartig in der deutschen Justizgeschichte sein. Vor dem Landgericht Waldshut-Tiengen muss sich der parteilose Bürgermeister der Schwarzwaldgemeinde Rickenbach wegen Vortäuschens einer Straftat und Betruges in sechs Fällen verantworten, weil er nach Auffassung von Polizei und Staatsanwaltschaft ein Attentat auf sich selbst inszeniert haben soll, um sich dienstunfähig schreiben zu lassen und eine erhöhte Pension zu kassieren. Der dem Bericht zufolge in seiner Gemeinde verhasste 41-jährige Norbert Moosmann hatte laut neckar-chronik.de an einem Sonntag im Juli 2010 die Polizei alarmiert, weil eine Flasche mit Spiritus durch das geöffnete Fenster direkt vor seinen Schreibtisch im Rathaus von Rickenbach geflogen sei. Er selbst habe das Zimmer nicht verlassen können, weil die Tür von außen mit einem Holzkeil versperrt gewesen sei. Daneben habe ein Zettel mit der Aufschrift “Hau ab, sonst fliegst du in die Luft” gelegen. Zuvor will der Bürgermeister schon durch Farbschmierereien an seinem Auto und durch eine tote Maus im Briefkasten nebst anonymer Schreiben bedroht worden sein, wie sich aus Tagebucheinträgen in seinem beschlagnahmten Computer ergibt. Das Attentat verfolge ihn in seinem Träumen, soll dort auch zu lesen sein. Er habe den Eindruck, er solle dauerhaft aus dem Ort vertrieben werden ...

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