Mobbe fleißig und nähre Dich redlich

P.S: Hätten Sie mal nur mir die Rosen gebracht: -)

Ja, Rosen.

Das wäre schön gewesen. Aber ob es dann anders gekommen wäre? Nein! Die Entscheidung des LAG Rheinland-Pfalz vom 30.04.2012 (5 Sa 687/11) ist vielmehr ein Lehrstück für umgekehrtes Mobbing (ich würde ja „Reverse-Mobbing“ sagen, aber es braucht keinen neuen Anglizismus). Gemeint ist der Terror von Arbeitnehmern gegen Arbeitgeber. Man könnte auch sagen, das Urteil sei ein Lehrstück darüber, wie Selbstüberschätzung in den Abgrund führt.

Die eingangs zitierte Zeile stammt aus einer Mail, die eine Mitarbeiterin ihrem Chef geschrieben hat, und sie war bitterböse gemeint. Das erschließt sich erst bei der Betrachtung dieses hanebüchenen Falls.

Da gab es eine Mitarbeiterin, die nennen wir mal Rose. Rose ist die Art von Mitarbeiterin – möglicherweise, wir stellen sie uns jedenfalls so vor – die Arbeitgeber das Fürchten lehrt, immer recht zu haben meint und damit nicht hinter dem Berg hält. Irgendwann ging auch Roses Rechthaberei dem Arbeitgeber zu weit. Nachdem Rose mit ihren Kollegen, vor allem Claus (erfundener Name) ein Blame-Game gespielt hatte, dass die Internetleitung nur so knisterte, hatte der Geschäftsführer genug und wollte alle Kontrahenten zum Personalgespräch sehen. Rose antwortete:

Macht sowieso keinen Sinn, immerhin mache ich das Mobbing schon seit einem halben Jahr mit C. mit. Ich sehe da keinen Sinn mehr darin immer wieder das Gleiche zu erzählen und immer wieder das Gleiche zu erleben…

Claus, das sieht man, war nicht mehr ihr Liebling. Der Geschäftsführer hat aber auf seinem Personalgespräch bestanden. Zumal von „Mobbing“ durch Claus oder sonst einen Kollegen hier das allererste Mal die Rede war. Das wundert uns nicht: Das Wort ist in aller Munde, aber keiner verwendet es sachgerecht. Jedenfalls wollte der Geschäftsführer wissen, was los sei.

Rose fügte sich ...

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