Facebook: Gesichtserkennung gestoppt, Lob aus Irland und Kritik aus Deutschland

Facebook steht seit Jahren unter strenger Beobachtung der deutschen Datenschutzaufsichtsbehörden. Die verschiedenen Funktionalitäten (Social-PlugIn, Fanpage), die Facebook seinen Nutzern bietet, stehen in der Kritik, Daten von Mitgliedern des sozialen Netzwerkes zu erheben und zu speichern. Aber auch Internetnutzer, die nicht der Facebook-Gemeinde angehören, sollen von der "Sammelleidenschaft" betroffen sein.

Neueste Funktionalität ist die Gesichtserkennung. Diese soll zukünftig helfen, Freunde und Bekannte auf Fotos, die auf Facebook veröffentlicht wurden, zu finden und zu markieren. Hat ein Nutzer ein Gesicht markiert, werden alle Bilder auf ähnliche Gesichter überprüft. Dem Nutzer werden dann Treffer angezeigt und dieser kann anschließend definieren, ob es sich um die gleiche Person handelt. Durch diese Feineinstellung "lernt" die Suchmaske hinzu. Je mehr Übereinstimmungen festgestellt werden, desto effektiver und genauer wird die Erkennung neuer Bilder.

Diese Funktionalität stieß auf erhebliche Kritik. Insbesondere wird ein erhebliches Missbrauchspotential durch die so entstehende "Datenbank mit dem Gesichtsabdruck" von ca. 800 Millionen aktiver Facebook-Nutzer gesehen.

Am 21.9.2012 hat der Hamburgische Beauftrage für Datenschutz und Informationsfreiheit gegenüber Facebook eine Verwaltungsanordnung erlassen, die das Unternehmen verpflichtet, das Verfahren der Gesichtserkennung datenschutzkonform zu gestalten. Gefordert wird insbesondere, dass

nur mit einer aktiven Zustimmung bereits registrierter Nutzer biometrische Profile erzeugt und dauerhaft gespeichert werden und die Nutzer vorher umfassend über die Risiken des Verfahrens informiert werden.

Anfang dieser Woche reagierte Facebook auf die nicht enden wollende Kritik mit der Abschaltung der Gesichtserkennungsfunktion in Europa. Bis zum 15. Oktober werden alle bisher hierfür angelegten Profile gelöscht ...

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