“Herr Kollege, Sie sind der Vierzehnte, der sich in dieser Figur erkennt”

………..habe er – so erzählte er mir nach einer Lesung im Saal des Alten Rathauses in München vor einigen Jahren – als Standardantwort jedem der Kollegen gegeben, die sich nach “Ballmanns Leiden – oder Lehrbuch für Konkursrichter” in einem der darin vorkommenden Personen wieder zu erkennen glaubten und ihn darauf ansprachen.

Diese Antwort zeichnete ihn ebenso aus, wie der darin wie in seinen Büchern liegende feine Strich, die humorvolle feine Feder, die Menschen zeichnete und wie genau er sie zu beobachten und zu portraitieren verstand. Ballmanns Leiden habe ich erst in die Hände bekommen, nachdem ein anderes Buch ihn bereits viel bekannter gemacht hatte.

Es landete als Geschenk in der Bibliothek. Als Geschenk eines Richters während der Referendarzeit – und gesellte sich zu den dort stehenden fünf (!) Exemplaren jenes Büchleins, das im Gegensatz zu Ballmanns Leiden jeder kannte und die Leiden und Freuden eines chinesischen Justiz-Mandarins namens Kao-tai (nach)zeichnet, welche dieser aufzeichnet. Über seine Erfahrungen, die er macht, als er per Zeitmaschine aus dem 10. Jahrhundert in das München der Gegenwart und dort von einer peinlichen Situation in die nächste rutscht.

Und in den Aufzeichnungen jenes chinesischen Mandarins ist es in dessen Feder die heiterironische Fähigkeit Rosendorfers, die zu Papier bringt, was er sieht, erlebt, in Begegnungen und Situationen, in Menschen, ihren kleinen und grossen und manchmal nur vermeintlichen Nöten und Wichtigkeiten. Wie viel Spass dieses Buch seinerzeit noch ohne den Aktionsradius des Internets be- und verbreitete, zeigt sich auch in der Zahl der Exemplare, die bei mir im Bücherregal landete. Fünf. Drei hatte ich von Freundinnen und Kolleginnen geschenkt bekommen, die nicht ahnten, dass ich es – wie viele Bücher, die andere erst später entdecken – längst gekauft und auch gelesen hatte. Das fünfte ? ……….. Bekam ich von Herbert Rosendorfer nicht ohne Widmung und persönlich geschenkt ...

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