Utilitaristisches Menschenbild

Immer noch “Option ohne Pflicht” ?

Es ist bemerkenswert, dass und wie neuerdings in vielen Foren, Kommentaren zu Veröffentlichungen rund um das Thema Organspende zunehmend angesprochen wird, durch das permanente Einwerben von Organspendebereitschaft werde ein Druck aufgebaut, der nicht mehr auf Sichentscheiden gerichtet sei, sondern auf ein Nichtmehrneinsagendürfen ziele.

Und auch als solcher Druck selbst dann empfunden werde, wenn man grundsätzlich Organspende gut finde. Allein aber die in allen Medien, mit wiederholten Aufforderungen und Drängung von Permanenz über Ominpräsenz zur Penetranz gesteigerte Einforderung der Organspende und Organspendebereitschaft liesse das Adjektiv “freiwillig” zur Absurdität werden. Druck, Zwang nicht nur zur Entscheidung, sondern auch zu einem “Ja” sei an die Stelle der Selbstbestimmung, an die Stelle des Rechts getreten, ob, wann und wie man sich mit dem eigenen Tod befassen wolle und könne.

Wie immer laienhaft, nicht medizinisch, nicht rechtlich, manche der Kommentare (meist, aber nicht immer anonym oder hinter erkennbaren oder nicht erkennbaren Pseudonymen) formuliert werden – es fällt auf, dass sich die Kampagnen zur Förderung der Organspende vielfach eher kontraproduktiv auswirken. Es fällt auf (wer lesen kann, lese eben einfach mal in Kommentaren zu Petitionen an den Bundestag oder in vielen anderen Diskussionsbeiträgen), dass die forcierte Einforderung von Organspendebereitschaft als negativer Druck und nicht als Denkanstoss empfunden wird. Nicht als Aufklärung, nicht als Information, nicht als “Einladung” zum Nachdenken, Nachfragen und EntscheidenKÖNNEN, nicht als Option mit offener Wahl für die Entscheidungsvarianten.

Auffallend auch: es wird teils mit den jüngsten Skandalen zusätzlich begründet, aber nur als weiterer Grund. Überwiegend wird die permante Einwerbung als inakzeptabel empfunden ...

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