Das wäre Eintrittsgeld wert gewesen: Großes Kino mit wenig Publikum am 100. Verhandlungstag im Piratenprozess

Gestern war er endlich da, der 100. Verhandlungstag im Hamburger Piratenverfahren, nachdem in der letzten Woche noch zwei Verhandlungstermine wegen Verhinderung einer Schöffin abgesetzt worden waren. Nachdem der Vorsitzende bekannt gegeben hatte, dass die Verhinderung dauerhaft sei und deshalb eine Ergänzungsschöffin ab sofort die Aufgaben der bisherigen Hauptschöffin übernehmen werde, wurde die Verhandlung mit weiteren Plädoyers der Verteidigung fortgesetzt. Schade, dass sich nur wenige Zuschauer hinter der Glasabtrennung zwischen dem Gerichtssaal und dem Publikumsraum aufhielten. Es wurde nämlich – so jedenfalls meine Meinung – durchaus großes Kino geboten, das mehr Öffentlichkeit verdient gehabt hätte. Aber vielleicht ist wegen der langen Verhandlungsdauer und der ständigen Ungewissheit, ob der nächste Verhandlungstag denn auch tatsächlich stattfindet, eine gewisse Ermüdung eingetreten.

Ich weiß, dass es durchaus problematisch sein kann, die Plädoyers der Mitverteidiger öffentlich zu kommentieren oder gar zu bewerten. Jeder hat seinen eigenen Stil, seine eigenen Vorstellungen von Strafverteidigung, seine eigenen Charakterzüge und natürlich auch seine eigene juristische und sprachliche Kompetenz – alles Faktoren, welche naturgemäß auch den Schlussvortrag prägen. Und weil die Wahrheit immer im Auge des Betrachters liegt, kann man durchaus zu unterschiedlichen Einschätzungen bezüglich der Qualität von Vorträgen kommen. Mit den Rechtsanwälten Napp, Beuth und Getzmann waren gestern drei Hamburger Strafverteidiger an der Reihe, die – ich denke, dass ich damit niemandem zu nahe trete – allesamt der linken Strafverteidigerszene zuzurechnen sind und die aus ihrer Grundhaltung auch keinen Hehl machten ...

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