Krankheitsbedingte Kündigung ist auch nach einem Schlaganfall nicht ohne weiters möglich

Eine Kündigung wegen krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit ist in der Regel nicht einfach durchzusetzen. Damit sie nach dem Kündigungsschutzgesetz sozial gerechtfertigt ist, müssen immer 3 Voraussetzungen vorliegen, die sorgfältig geprüft werden müssen. Besonderer Fokus liegt dabei immer auf der Abwägung der Interessen der beiden Parteien. Im Einzelnen müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

es muss eine negative Gesundheitsprognose vorliegen, d.h. es muss davon ausgegangen werden, dass der Arbeitnehmer nicht mehr (ganz) gesund wird es muss eine erhebliche Beeinträchtigung der betrieblichen Interessen vorliegen, d.h. die Krankheit muss zu einer Störung im Unternehmen führen eine zugunsten des Arbeitgebers ausfallende Interessenabwägung, d.h. dass geprüft werden muss, ob die Interessen des Arbeitnehmers, als weniger gewichtig anzusehen sind

So hatte das LAG Köln am 13.03.2011 über einen interessanten Fall zu entscheiden. Der Kläger war seit Anfang 2008 bei der Beklagten angestellt. 2009 erlitt er einen schweren Schlaganfall und war seitdem arbeitsunfähig.

2010 kündigte der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit der Begründung, es sei infolge des Schlaganfalls des Mitarbeiters von einer andauernden Leistungsunfähigkeit des Klägers auszugehen ...

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