Transparenz, Organspende und der Gesundheitsausschuss des Bundestages: Output, but no Outcome

In der Sitzung des Gesundheitsausschusses über den Ablauf und mögliche Konsequenzen aus den Organspende-Vorfällen in Göttingen und Regensburg hat am 14.9.2012 dieser nichtöffentlich beraten.

Nach Ankündigung des Vorsitzenden der zuständigen Prüfungs- und Überwachungskommission der Bundesärztekammer, Professor Hans Lippert würden “alle Zentren im Laufe der nächsten Monate durchgeprüft”.

Seine Kollegin, Anne-Gret Rinder, berichtete den Abgeordneten, dass in Göttingen vielfach gegen Richtlinien verstoßen worden sei. Dem ehemaligen Leiter der Transplantationschirugie an der Universitätsklinik in Göttingen wird vorgeworfen, von 2008 bis 2011 Krankenakten manipuliert zu haben, um seine Patienten auf einer Warteliste nach oben zu befördern, und sie so bevorzugt mit einer Organspende versorgt zu haben. Derselbe Arzt war bereits 2005 wegen ähnlicher Verdachtsfälle an der Universitätsklinik Regensburg auffällig geworden. Entsprechende Hinweise waren damals an die Staatsanwaltschaft Regensburg übermittelt worden, Das Verfahren wurde jedoch eingestellt.

Sie führte weiter aus, dass in Göttingen unter dem betroffenen Oberarzt 150 Transplantationen vorgenommen worden sein. In 40 Prozent der Fälle habe es dabei Manipulationen oder andere Verstöße gegen Richtlinien gegeben. Zudem habe der Oberarzt gegen geltende organisatorische Regeln verstoßen. So habe er etwa die Stabsstelle für Transplantation sich selbst unterstellt und sei als Arzt alleine für Transplantationen zuständig gewesen. Dies verstoße sowohl gegen das Mehr-Augen-Prinzip als auch gegen die Praxis interdisziplinärer Konferenzen.

Der Vertreter des Landes Niedersachsen, Josef Lange, erklärte, dass der Fall am 2. Juli 2011 nach einem anonymen Anruf bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) ins Rollen gekommen sei. Der betreffende Oberarzt sei am 24. November 2011 vom Dienst freigestellt worden ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK