Stell dir vor, du bist ein verurteilter Bankräuber und weißt es gar nicht!

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Dass man rechtskräftig zu einer Strafe verurteilt wird, ohne davon überhaupt zu wissen, ist gar nicht so selten. In Deutschland kennen wir das insbesondere im Strafbefehlsverfahren. Fast jeder Strafverteidiger wird schon damit zu tun gehabt haben, dass Mandanten mit Zahlungsaufforderungen oder Bewährungswiderrufen in die Kanzlei kommen und durchaus glaubhaft behaupten, von einer Verurteilung überhaupt nichts zu wissen. Dem Cs-Aktenzeichen entnehmen wir dann sofort, dass es sich um eine Verurteilung per Strafbefehl handelt, und da gibt es viele Möglichkeiten, hiervon nichts zu wissen. Zum Beispiel, weil der oder die Verurteilte zum Zeitpunkt der Zustellung die Wohnung gewechselt hatte, ohne sich rechtzeitig umzumelden und die Zustellung deshalb in Leere ging. Oder weil der Ex-Partner die Zustellung zwar entgegengenommen, den Strafbefehl aber – etwa aus Rache – nicht weitergegeben hat. Oder deshalb, weil es Menschen gibt, die gelbe Briefumschläge grundsätzlich nicht öffnen, weil sie Ungemach vermuten, das sie lieber gar nicht zur Kenntnis nehmen wollen. Manche nennen das auch Verdrängung. Wir können uns dann mit Fragen wie Wiedereinsetzung in den vorigen Stand, nachträgliche Anhörung, Wiederaufnahme des Verfahrens und ähnlichem auseinandersetzen. Manchmal gibt es ja tatsächlich noch Möglichkeiten, etwas zu retten und Versäumtes nachzuholen.

Eher selten dürfte es aber sein, dass man im Nachinein erfährt, dass man nicht nur wegen einer recht gravierenden Straftat verurteilt wurde, sondern dass man die Strafe auch zu einem großen Teil verbüßt hat. So ist es nach einem Bericht bei Die Presse ...

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