Goldankauf: Anforderungen an ein konkretes Wettbewerbsverhältnis zwischen zwei Ankäufern

Nach einem aktuellen Urteil des Oberlandesgerichts Celle bestehen für den Goldankauf besondere Regeln hinsichtlich der Wettbewerbereigenschaft zwischen zwei Ankäufern: Nach Ansicht des Gerichts ist nicht anzunehmen, dass beim Goldankauf via Postweg nennenswerte Umsätze generiert werden; die Annahme eines Wettbewerbsverhältnisses zwischen zwei Fernankäufern bedarf daher einer besonderen Beweisführung (vgl. aktuell OLG Celle, Urt. v. 02.08.2012, Az. 13 U 4/12).

In der Krise boomt der Goldankauf: Immer mehr Bürger sehen sich gezwungen, Schmuck zu „versilbern“, und immer mehr Händler wittern ein lohnendes Geschäft, zumal Gold mittlerweile in nennenswerten Mengen auch in der Elektronikindustrie verarbeitet wird.

Nach wohl gefestigter Ansicht des OLG Celle bestehen hier jedoch Besonderheiten im Wettbewerbsrecht, und zwar hinsichtlich der räumlichen Konkurrenzstellung zwischen zwei Fernankäufern. Obschon Versandhandel und Internetwerbung bundesweit betrieben werden können, geht das Gericht davon aus, dass im Falle des Altgoldankaufs von den allgemeinen Regeln abzuweichen ist (vgl. OLG Celle, Urt. v. 02.08.2012, Az. 13 U 4/12; mit weiteren Nachweisen):

„Die für die Annahme der Klagebefugnis […] erforderliche Stellung als Mitbewerber […] liegt vor, wenn die Parteien versuchen, Waren oder Dienstleistungen innerhalb derselben Verkehrskreise abzusetzen mit der Folge, dass das konkret beanstandete Wettbewerbsverhalten den andern beeinträchtigen kann. Dies setzt voraus, dass sich die beteiligten Unternehmen auf demselben sachlich, räumlich und zeitlich relevanten Markt betätigen […]. Der räumlich maßgebliche Markt wird im Wesentlichen durch die Reichweite der Geschäftstätigkeit des werbenden Unternehmens bestimmt. Er kann örtlich oder regional begrenzt sein ...

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