Transplantation und Reiserücktrittsversicherung – ein “unerwartetes” No-go?

Das Landgericht Heidelberg hat in einem dieser Tage bekannt gewordenem Urteil vom 11.08.2011 – 2 S 10/11 in der Berufungsinstanz den Anspruch eines Klägers gegen seine Versicherung abgewiesen. Geltend gemacht hatte er die Ansprüche auf Leistungen aus der Reiserücktrittsversicherung für eine stornierte Reise, die er wegen eines Termins zur Transplantation nicht antreten konnte.

Die entscheidende Vorschrift für solche Fälle ist § 2 Nr. 1a ABRV . Danach und nach dem Urteil des Landgerichts Heidelberg ist eine bei Reisebuchung nicht erwartete Möglichkeit einer Transplantation keine Krankheit i. S. des § 2 Nr. 1a der AVB RR. Denn die Transplantation als solche ist keine Erkrankung, sondern nur die Folge einer solchen. Daher ist es auch rechlich unerheblich, ob die Operation “unerwartet” oder “nicht vorhersehbar” war; denn mit dem Merkmal “unerwartet” ist gemeint, dass die Krankheit nicht vorhersehbar gewesen sein darf.

Quelle: VersR 2012, 990.

Anmerkung: Der Kläger hatte für sich und seine Ehefrau eine Flugpauschalreise gebucht. Drei Wochen später wurde ihm überraschend eine Lebertransplantation angeboten nachdem mehrere Monate zuvor die Diagnose Leberkrebs gestellt worden war. Die Transplantation fand noch am selben Tag statt. Seine Frau stornierte die Reise daher einen Tag nach der Operation. Die Stornokosten in Höhe von über 600 Euro machte der Kläger gegenüber seinem Reiserücktrittskosten-Versicherer geltend, der diese Leistung ablehnte, weil es sich bei einer Transplantation nicht um eine „unerwartet schwere Erkrankung“ im Sinne der Versicherungs-Bedingungen handelte, für die er eintrittspflichtig gewesen wäre.

Der Entscheidung ist zuzustimmen ...

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