Lehrer und Kinderpornographie: Therapie schützt nicht vor Entfernung aus dem Dienst

Der ein oder andere mag es vielleicht unpassend finden, wenn der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Mannheim sein Urteil über einen Lehrer, der kinderpornographische Bilder auf seinem Rechner speicherte, vor allen Dingen auf den daraus entstandenen "Autoritäts- und Ansehensverlust" stützt. Und erst in einem zweiten Satz darauf, dass es für Eltern der Schüler und die Schüler selbst untragbar sein dürfte, von einem solchen Lehrer unterrichtet zu werden. Dennoch ist das Urteil stimmig. Es bestätigt, dass ein Konsument derartiger Bilder sich nicht einfach in eine Therapie flüchten und dann behaupten kann, es sei doch alles in Ordnung. Derartige Lehrer sind untragbar und daher aus dem Dienst zu entfernen. Dem ist nichts hinzuzufügen. Hier die Pressemeldung des VGH Mannheim vom 03.09.2012:
Der auf Grund des Besitzes kinderpornographischen Materials eingetretene Autoritäts- und Ansehensverlust eines Lehrers kann durch eine Therapie nicht rückgängig gemacht werden. Das hat der für das Disziplinarrecht zuständige 13. Senat des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) mit Urteil vom 20.06.2012 entschieden und die von der Disziplinarkammer des Verwaltungsgerichts (VG) Freiburg ausgesprochene Entfernung eines Beamten aus dem Dienst bestätigt. Der Beamte war Studienrat an einem Gymnasium. Das Amtsgericht verhängte gegen ihn durch zwei Strafbefehle Geldstrafen von 40 und 20 Tagessätzen zu je 50 Euro wegen Besitzes kinderpornographischer Schriften. Das VG stellte im Disziplinarverfahren fest, der Beamte habe in seiner Wohnung auf dem PC 72 Bilder mit kinderpornographischem Inhalt gezielt im Internet aufgerufen, betrachtet, kurzfristig gespeichert und anschließend gelöscht. Er habe wiederholt und innerhalb weniger Tage jeweils über Stunden im Internet gesurft und sich dabei auf kinderpornographischen Seiten aufgehalten ...
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