Beschneidung - das funktioniert auch mit einem Reißverschluss

Die Geschichte ist nicht ganz neu aber beim Lesen des Sachverhaltes kann man als Mann doch schon Schmerzen im Schritt kriegen.

Ein 14jähriger kaufte mit ein paar Kumpels bei einem Händler 18 Flaschen Bier 0,33 Liter und ein Flasche Palm Beach 0,7 Liter. Nach Konsum der ganzen Flüssigkeit war der Kläger 1. blau wie ein Veilchen und musste 2. pinkeln. Nach letzterem Vorgang klemmte er sich dummerweise beim Hochziehen des Reißverschlusses seine Vorhaut in selbigem ein. In der Folge kam er ins Krankenhaus, wo ihm dann die Vorhaut entfernt wurde. So weit so dumm gelaufen.

Dann kam unser Jugendlicher (oder möglicherweise auch bloß dessen Eltern, man weiß es nicht) auf die glorreiche Idee, den Händler wegen dieses Vorfalls auf 5.000,00 EUR Schmerzensgeld sowie 150,00 EUR Schadenersatz zu verklagen. Hierbei setzten sich die 150,00 EUR Schadenersatz aus Schadensposten wie einer Hose, Fahrtkosten seiner Eltern ins Krankenhaus, Beschaffung von Lesestoff für den Krankenhausaufenthalt (!) und einer Unkostenpauschale zusammen. Zur Begründung gab er an, dass er ja schließlich nicht betrunken gewesen wäre, wenn der Händler ihm nicht widerrechtlich Alkohol verkauft hätte und sein eigener Zustand der nicht unerheblichen Trunkenheit ja schließlich ursächlich für die Verletzung gewesen sei.

Das Landgericht Nürnberg-Fürth (Urteil vom 23.05.2005 - 1 0 190/03, bestätigt durch OLG Nürnberg 1 U 2507/03) sah das vollkommen anders und hat noch nicht einmal eine Beweisaufnahme durchgeführt. Das Gericht sah es schon als nicht schlüssig an, dass der Suff für die Verletzung ursächlich gewesen sein soll – das hätte auch einem vollkommen Nüchternen passieren können ...

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