Der Zeuge, das unbekannte Wesen

Gerade in Strafverfahren gelangt man immer wieder zu der Erkenntnis, daß sich Zeugenaussagen erst dann wirklich beurteilen lassen, wenn man einen Zeugen selbst erlebt hat und ihn befragen konnte. Zwar ist der Zeuge regelmäßig zuvor von der Polizei vernommen worden. Auch liegt einem dann das entsprechende Vernehmungsprotokoll vor. Aber dennoch erlebt man nicht selten eine Überraschung, wenn der Zeuge später im Gerichtssaal seine Aussage tätigt.

In einem Strafverfahren war meinem Mandanten vorgehalten worden, daß er einen Zeugen in dessen Büro aufgesucht und ihm dort dieses und jenes erzählt habe, welches den nunmehrigen Behauptungen des Mandanten widersprach. Damit seien diese Angaben als “Schutzbehauptungen” entlarvt.

In der Ermittlungsakte fand sich die schriftliche Aussage des Zeugen, in welcher er bestätigte, daß Herr XY (= mein Mandant) diese Aussagen in seinem Büro getätigt hatte.

Mein Mandant schilderte mir, daß der Zeuge die Unwahrheit sagte. Er sei nie bei dem Zeugen im Büro gewesen. Stattdessen habe er bei einer Gelegenheit mit dem Zeugen telefoniert, ohne allerdings diese Aussagen zu tätigen ...

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