Abschaffung von Transplantationszentren als Mittel gegen Missbrauch?

Der Verband der Universitätsklinika Deutschlands hat nach einem Bericht des Tagesspiegels vom Samstag eine Senkung der Zahl der Transplantationszentren in Deutschland gefordert. Ein solcher Schritt sei „sinnvoll“, sagte Verbandschef Michael Albrecht dem Berliner Tagesspiegel demnach. Und widersprach damit der Deutschen Krankenhausgesellschaft(DKG), die eine Konzentration auf weniger Kliniken für Patienten wegen der längeren Wege als nicht zumutbar bezeichnet hatte.

Die Verringerung müsse allerdings „mit Augenmaß“ geschehen, sagte Albrecht. Die Zentren müssten „regional vernünftig verteilt“ sein, und es dürften auch „keine Monopole entstehen“. Gleichzeitig warnte der Verbandschef vor Schnellschüssen. Ob man in Deutschland 20, 25 oder 30 Transplantationskliniken brauche, müsse sorgfältig analysiert werden.

Mit ihrer Forderung reagierten die Unikliniken auf die jüngsten Organspendeskandale. Zuvor hatten bereits Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) und der Chef der Krankenkasse BarmerGEK, Christoph Straub, gefordert, die Zahl der Transplantationskliniken drastisch zu verringern.

Der Gedanke einer Fokussierung von Transplantationen ist dem TPG an sich nicht völlig fremd. Der Gesetzgeber wollte in dem am 1.12.1997 in Kraft getretenem TPG eine Durchführung von Transplantationen nur in solchen Kliniken, die aufgrund ihrer personellen, apparativen, organisatorischen Ausstattung und Struktur auch als Transplantationszentrum qualitativ dafür geeignet und eigens dafür zugelassen sein sollten. Dass und welche bei den Länderministerien dafür zuständigkeitshalber eigentlich seinerzeit gebotenen Prüfungen für diese eigene ab 1.12.1997 erforderliche für jedes Organ zu entscheidende Zulassung je durchgeführt wurde, ist ein eigenes Kapitel. So hat eine der grössten Kliniken, die Medizinische Hochschule Hannover sage und schreibe 5 Jahre nach dem Inkrafttreten des TPG vom 1.12.1997 keine solche Zulassung besessen ...

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