Negatives Stimmgewicht

Gemeinhin wird der Effekt des negativen Stimmgewichts damit umschrieben, dass eine Partei trotz eines Zuwachses an Zweitstimmen Sitze im Bundestag verliert oder umgekehrt trotz eines Verlustes an Stimmen Sitze im Bundestag gewinnt. Weiter gehen die Erklärungen idR nicht. Und das mit gutem Grund, denn schon vereinfachte Erklärungen erscheinen kompliziert. Höchstwahrscheinlich genauso wie der folgende Versuch der Darstellung. Bei dem ab Ende 2011 geltenden und nun auch schon wieder für nichtig erklärten Teilen des Bundeswahlgesetzes (BVerfG v. 25.7.2012) werden die Zweitstimmen zunächst auf die jeweiligen Bundesländer verteilt. Den Bundesländern werden dann entsprechend der Zahl der Zweitstimmen ein Teil der 598 Bundestagssitze zugeteilt (mit Überhangmandaten dann etwas mehr). Sodann werden die Sitze innerhalb eines Bundeslandes auf die Landeslisten der Parteien verteilt. Nun kommt der erste Begünstigungsfaktor für den Effekt des negativen Stimmgewichts ins Spiel: Durch die Verteilung der Sitze auf die jeweiligen Bundesländer treten mittelbar die Landeslisten der gleichen Partei in Konkurrenz. An einem Beispiel erklärt: Der Landesliste der Partei A im Bundesland X kommt es zu Gute, wenn das Bundesland Y und somit auch die dortige Landesliste ihrer Partei weniger Zweitstimmen erhält. Denn so erscheint das Bundesland X und somit auch ihre Landesliste proportional stärker. Dies kann zu einem Zuwachs an Bundestagssitzen für die Landesliste im Bundesland X führen und zwar auf Kosten der Landesliste im Bundesland Y ...Zum vollständigen Artikel


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