Mangelhafte Tätowierung einer Minderjährigen Teil 2

Zur Erinnerung nocheinmal der Sachverhalt: Die 17-jährige Klägerin beauftragte den Beklagten ihr ein sog. koptisches Kreuz (Bild) auf die Innenseite ihres Handgelenks zu tätowieren. Das Entgelt iHv 50 EUR beglich die Klägerin mit Geldern, die sie aus einem Nebenjob in einer Eisdiele erhielt (den Nebenjob übte sie mit Einwilligung ihrer Eltern aus). Nach einer Woche erschien die Klägerin erneut im Ladengeschäft des Beklagten. Hierbei äußerte sie, die Tätowierung sei schief und müsse daher durch den Beklagten mittels eines Lasers entfernt werden. Die Klägerin verlangt nun die 50 EUR für die Tätowierung heraus und 799 EUR für eine Entfernung des Tatoos mittels einer Laserbehandlung. Ihre Eltern haben die Genehmigung des Vertrags verweigert. Lösung: Während im ersten Teil bzgl der Laserbehandlung vertragliche Ansprüche abgelehnt wurden, gilt es sich nun deliktischen Ansprüchen zuzuwenden. Anspruch aus § 823 I BGB Der Sachverhalt könnte dazu verleiten, hier schnell eine Gesundheits- und Körperverletzung anzunehmen. Zu fragen ist aber zunächst nach der Anwendbarkeit des § 823 I BGB neben den speziellen Mängelgewährleistungsrechten des Werkvertragrechts. Insbesondere das Recht zur zweiten Andienung des Unternehmers könnte durch eine vorschnelle Anwendung des Deliktsrecht unterlaufen werden. Der BGH hat zu diesem Problemkreis eine Abgrenzungslinie entwickelt, die üblicherweise mit dem Stichwort Weiterfresserschaden umschrieben wird. Das Deliktsrecht schütze danach, anders als das Vertragsrecht, allein das Integritätsinteresse des Gläubigers. Dieses sei bei Kauf- und Werkverträgen aber nur dann betroffen, wenn die Rechtsgutsverletzung nicht stoffgleich mit der ursprünglich mangelhaften Leistung ist. In diesem Fall sei allein das Äquivalenzinteresse betroffen ...Zum vollständigen Artikel


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