Auslandsadoption und die Adoptionsvermittlungsstellen

Ist in dem Heimatstaat des Kindes, das adoptiert werden soll, die Adoption gesetzlich verboten und ist der Staat nicht dem Haager Adoptionsübereinkommen beigetreten, dann besteht keine Verpflichtung der Adoptionsvermittlungsstellen, ein internationales Adoptionsvermittlungsverfahren durchzuführen. Genauso wenig sind die Adoptionsvermittlungsstellen dann verpflichtet, nach § 7 Abs. 3 Satz 2 und 3 AdVermiG nur die Eignung der Adoptionsbewerber zu prüfen und einen Sozialbericht zu erstellen.

Haben die Adoptionsbewerber mit dem zu adoptierenden Kind nach dessen Einreise bereits eine auf Dauer angelegte Lebensgemeinschaft begründet und beim Familiengericht einen Antrag auf Adoption gestellt, sind die Adoptionsvermittlungsstellen nicht nach § 7 Abs. 1 AdVermiG verpflichtet, die Eignung der Adoptionsbewerber zu überprüfen.

So das Hamburgische Oberverwaltungsgericht in dem hier vorliegenden Fall eines Ehepaares, das ein Kind aus Algerien adoptieren möchte und die Feststellung ihrer Eignung zur Adoption begehrt. Die 1959 geborene Klägerin und der mit ihr verheiratete, 1962 geborene Kläger sind deutsche Staatsangehörige. Der Kläger ist algerischer Herkunft und zwischenzeitlich eingebürgert worden. Die Kläger haben bereits im Jahr 2003 ein in Algerien geborenes Kind adoptiert. Ab dem Jahr 2006 bemühten sich die Kläger um die Adoption eines (weiteren) algerischen Kindes. Sie wandten sich zu diesem Zweck zunächst an das Jugendamt der Stadt Bremen und sodann an die bei der Beklagten eingerichtete Gemeinsame Zentrale Adoptionsstelle der Länder Freie Hansestadt Bremen, Freie und Hansestadt Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein (im Folgenden: GZA). Die GZA teilte den Klägern im Rahmen eines längeren und umfangreichen Schriftwechsels – zuletzt mit Schreiben vom 28. März und 6 ...

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