NSU-Ermittlungen: Polizist half den Neonazis

Während der Ermittlungen gegen die rechtsradikale Gruppierung NSU sind den Ermittlern einige Pannen unterlaufen. Wie der Spiegel nun berichtet, soll auch mindestens ein Polizist Geheimaktionen an die Gruppe verraten haben. Der Polizist der Polizeidirektion Saalfeld soll mit den Rechten sympathisiert und diese mehrfach vor Polizeieinsätze gewarnt haben. Im September 2010 wurde der Polizist sogar zum Verfassungsschutz versetzt und als “V-Mann-Führer“ in der rechten Szene eingesetzt. Erst nachdem die Mordserie an mehreren Ausländern durch ein NSU-Trio aufgeflogen ist, wurde er von der Position abgezogen. Nachträgliche Untersuchungen sollen bisher jedoch keine bestätigenden Hinweise auf Verrat von Dienstgeheimnissen geben.

Auch ein zweiter Polizeibeamter soll die Neonazis vor Polizeieinsätze gewarnt haben. Dies berichtet zumindest ein V-Mann des Militärischen Abschirmdienstes. Der Berliner Untersuchungsausschuss zur Mordserie muss nun klären, ob diese mutmaßlichen „Lecks“ dem Trio beim Untertauchen geholfen haben.

( Quelle: SPON, 24.08.2012 )

Autor des Beitrags ist Rechtsanwalt & Strafverteidiger Dr. Böttner, Anwaltskanzlei aus Hamburg und Neumünster. Weitere Gerichtsentscheidungen und allgemeine Informationen zum Strafrecht und der Strafverteidigung finden Sie auf der Kanzlei-Homepage.

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