Ausgebombt

Nein, gleich bis Garmisch mussten diejenigen Schwabinger nicht evakuiert werden (dort landeten aber vor rund 70 Jahren manche Ausgebombten und dort habe nur ich diese Woche zufällig zu tun), welche vor der geplanten Sprengung der Fliegerbombe mit den leicht ungeplanten Folgen bei den Schäden kurzerhand ihre Wohnungen und anderen Räume verlassen mussten. Und noch eine Weile auch nicht dorthin zurückkehren können. Aus statischen und sicherheitsrelevanten Gründen.

Nachdem es sich (erst mal) ausgebombt hat mit der erledigten Sprengung dieser Fliegerbombe, erleben einige Münchner und Schwabinger nun das, was – glücklicherweise – nur noch unsere Grosseltern und teils auch Eltern hautnah, länger, öfter und zu tausenden erlebten. Und unsere Generation so nah real im eigenen Leben und Wohnort nicht mehr: Zu tausenden an Bomben, mit denen auch München damals übersät wurde. Ob und wieviele davon noch an der aktuellen Stelle oder anderswo zu finden sein und gefunden werden, weiss man nicht so genau. Zwar versucht man heutzutage mit manchen Mitteln diese zu eruieren und wendet dazu auch manche Technik an, die diese unterirdischen Restbestände einer Zeit entdecken sollen, die keiner je (wieder) erleben möchte.

Keiner, der sie noch wie manche der Schwabinger und Münchner selbst erlebte – und keiner, der (wie ich) diese Zeit aus Erzählungen meiner Grosseltern und Eltern oft geschildert bekam, auch so geschildert bekam, dass es “leicht” war, sich in diese Erlebnisse hineinversetzt zu fühlen. Mit- und nachempfinden zu können, wie es sein musste, wenn Kinder in Kleidung ins Bett geschickt wurden und immer eine Tasche oder ein Koffer mit den allernötigsten und sofort griffbereiten wichtigsten Dingen gepackt da stand, um in den Bombennächten nur nach Kindern und dieser Tasche oder Koffer zu greifen, um in Bunker, Keller zu flüchten. Und für den Fall, dass man dann ausgebombt wäre, die allerwichtigsten Dinge, die man tragen konnte, zu retten ...

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