Low Performer – Die Zeche zahlen die Kollegen! Fair ist das nicht

Darüber musste jetzt das Arbeitsgericht Magdeburg entscheiden und hat es sich dabei nicht leicht gemacht. Hintergrund war der Umstand, dass die Kollegen eines Angestellten, der lediglich ein geringes Arbeitstempo vorlegte und chronisch schlechte Arbeitsleistungen erbrachte, sich weigerten weiter mit diesem zusammenzuarbeiten und ständig dessen Schlechtleistung auszugleichen. Der Arbeitgeber lies sich auf Druck der anderen Arbeitnehmer zu einer Kündigung des Ungeliebten hinreißen und bekam vom Arbeitsgericht Magdeburg mal die Welt erklärt. Der Fall des „Low Performer“ (zu deutsch: Minderleister) Dem Arbeitnehmer eines Bauunternehmens wurde unter anderem gekündigt, weil sich die anderen Mitarbeiter aufgrund der schlechten Arbeitsleistung und des geringen Arbeitstempos des Klägers weigerten, mit diesem weiterhin zusammenzuarbeiten. Der Kläger hielt die Kündigung für ungerechtfertigt und erhob dagegen vor dem Arbeitsgericht Magdeburg Kündigungsschutzklage – mit Erfolg.

Arbeitnehmer schuldet nur normale Arbeitsleistung mittlerer Art und Güte In der Urteilsbegründung führte das Gericht aus, ein Arbeitnehmer schulde nicht schnellstmögliche und fehlerfreie Arbeit schulde. Vielmehr müsse er bei Anspannung seiner individuellen Kräfte und Fähigkeiten normale Arbeitsleistungen von mittlerer Art und Güte erbringen. Bleibe seine Leistung wesentlich hinter dem Durchschnitt zurück, so müsse sich der Arbeitnehmer entlasten. Der Arbeitgeber hingegen habe die Mangelhaftigkeit der einzelnen Leistungen zu konkretisieren, eine allgemeine Beschreibung fehlerhafter Arbeitsleistungen genüge diesen Anforderungen nicht ...

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