Rezension Strafrecht: Jugendstrafrecht in der anwaltlichen Praxis

Reisenhofer, Jugendstrafrecht in der anwaltlichen Praxis, 2. Auflage, Anwaltverlag 2012 Von RAG Dr. Benjamin Krenberger, Landstuhl Fünf Jahre nach der Erstauflage ist das Lehr- und Praxisbuch von Reisenhoferüberarbeitet und aktualisiert worden und präsentiert sich nunmehr in der Folgeauflage, knapp 280 Seiten stark. Gesetzliche Änderungen wurden ebenso berücksichtigt wie die zahlreich ergangene Judikatur. Als Einstiegshilfe für Strafverteidiger konzipiert wurden die Kapitel um Urteilslisten ergänzt und insgesamt ist der Blick auf die Materie erweitert worden, so in den Bereichen Vollstreckung und Vollzug. Nach einleitenden, meinem Empfinden nach teilweise zu markigen Worten zur Jugendkriminalität wird das Jugendstrafrecht als besonderes Strafrecht thematisiert, wobei die Autorin keinen Zweifel daran lässt, dass es bei aller Wortfindungsphantasie immer noch um Strafrecht geht und das von den Betroffenen auch als solches empfunden wird. Ob man allerdings, wenn man ein Buch für den Verteidiger schreibt, der in der Praxis bestehen soll, an dieser Stelle unbedingt die reformatorischen Ansätze Ostendorfs so exklusiv zitieren muss, darf bezweifelt werden; denn dies dürfte eher in ein Grundlagenwerk passen, aber damit überzeugt man nur wenige Jugendrichter. Danach wird der Anwendungsbereich des JGG erläutert, dies mit Schwerpunkten auf der strafrechtlichen Verantwortlichkeit nach § 3 JGG und der Sicherungsverwahrung bei Heranwachsenden. Gerade die Bestimmung der Verantwortlichkeit als Zusammenspiel zwischen Jugendrichter, Jugendgerichtshilfe und ggf. psychologischer Begutachtung wird prägnant dargestellt. Auch der Kriterienkatalog für und wider die Reifeverzögerung bei Heranwachsenden gibt einen guten ersten Einstieg in die jeweilige Einzelfallprüfung ...Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK