Ein Urteil im Beschlussverfahren? - Von der Qualität juristischer Berichterstattung

Am 24.08.2012 berichteten mehrere Online-Medien über ein "Urteil" des Arbeitsgerichts Frankfurt am Main, Kernaussage: Schroffer Tonfall des Chefs ist noch kein Mobbing.

Kritik an der Arbeitsleistung berechtigt nicht zur Verweigerung der Arbeit

Die in einem Versicherungsunternehmen beschäftigte Arbeitnehmerin sei mehrfach mit verschiedenen Vorgesetzten aneinandergeraten, schließlich habe sie sich krankschreiben lassen. Aber auch nach ihrer Genesung habe sie sich trotz mehrfacher Aufforderung geweigert, an ihren Arbeitsplatz zurückzukommen. Darauf erhielt sie die fristlose Kündigung wegen beharrlicher Arbeitsverweigerung. Sie machte geltend, die Umgangsformen der Chefs ließen befürchten, dass sie alsbald wieder krank werde. Man grenze sie in der Firma systematisch aus, mobbe sie. Das Arbeitsgericht Frankfurt am Main folgte ihrer Argumentation nicht. Zwar konnte die Frau einen rauen Umgangston der Vorgesetzten, häufige Kritik an ihrer Arbeitsleistung sowie eine hohe Arbeitsbelastung nachweisen. Das berechtige sie aber nicht, die Arbeit einzustellen. "Mobbing" liege erst dann vor, "wenn unerwünschte Verhaltensweisen bewirken, dass die Würde des Arbeitnehmers verletzt" werde. So zitiert beispielsweise Spiegel Online aus dem "Urteil" ...

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