Widerrechtliche Fotoveröffentlichung von Journalisten durch prominenten Moderator

Eigener Leitsatz: Ein Journalist muss es nicht hinnehmen, dass er bei Fotoarbeiten am Grundstück eines Moderators, der wegen Vergewaltigungsvorwürfen in den Fokus der Medien geriet, von selbigem fotografiert wird und dieser die Bilder mit verächtlichem Kommentar bei Twitter ins Netz stellt. Im Rahmen der Abwägung ist, insbesondere die Pressefreiheit zu berücksichtigen. Die geschützte Informationsbeschaffung würde grundsätzlich eingeschränkt, wenn Journalisten befürchten müssten, bei einer vergleichbaren Recherchearbeit im Bild gezeigt zu werden. Ferner ist zu bedenken, dass der Journalist hierdurch einer Prangerwirkung ausgesetzt ist, die er angesichts der von ihm entfalteten Tätigkeit nicht hinzunehmen braucht.

Landgericht Köln

Urteil vom 11.0.2012

Az.. 28 O 627/11

Tenor 1. Dem Beklagten wird unter Androhung eines Ordnungsgeldes bis zu 250.000,00 EUR und für den Fall, dass dieses nicht beigetrieben werden kann, der Ordnungshaft oder der Ordnungshaft bis zu sechs Monaten für jeden Fall der Zuwiderhandlung verboten, die nachfolgenden Bildnisse des Klägers zu verbreiten, wenn dies geschieht wie in der Mitteilung des Beklagten auf der Internetseite www.twitter.com vom 06.06.2011: ... 2. Der Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 1.023,16. EUR zzgl. Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 29.07.2011 zu zahlen. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen. 3. Der Beklagte trägt die Kosten des Rechtsstreits. 4. Das Urteil ist gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 5.000,00 EUR vorläufig vollstreckbar. Tatbestand Der Kläger ist freier Journalist und Kameramann. Der Beklagte ist ein bekannter Moderator, Journalist und Unternehmer ("M... AG"). Im Zusammenhang mit dem gegen ihn gerichteten Strafverfahren wegen des Vorwurfs der schweren Vergewaltigung, das am 31.05.2011 mit einem Freispruch endete, war der Beklagte Gegenstand intensiver Medienberichterstattung ...Zum vollständigen Artikel


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