Jesus oder Igel: Selbstlose Sachbeschädigung macht spanisches Dorf auf einen Schlag berühmt.

Man kann sich als Strafrechtler eigentlich kaum darüber streiten, dass der mit 70 Jahren nicht mehr ganz jugendlichen Täterin ein zumindest bedingter Vorsatz einer Sachbeschädigung unterstellt werden muss. Wer sich ohne jegliche einschlägige Erfahrung und offensichtlich auch ohne nennenswertes künstlerisches Talent daran macht, ein historisch wertvolles Kirchenfresko zu restaurieren, der nimmt zumindest billigend in Kauf, dass nichts allzu Gutes dabei herauskommen wird. Obwohl ….. aber sehen wir weiter.

Was ist geschehen? Da gibt es in der nordspanischen Provinz Zaragoza ein 5.000-Seelen-Örtchen namens Borja, das nach der Darstellung des WELT-Reporters Tim Ackermann so unauffällig ist, das seine Existenz bislang nur Insidern aufgefallen ist. Jedenfalls hätten seine Bewohner bislang sehr viel Zeit darauf verwendet, dass das Leben so ereignislos und unbedeutend verläuft, wie sie es seit jeher gewohnt waren. Und so wäre es wohl auch noch heute, wenn da nicht eine nette ältere Dame gewesen wäre, die der Kirche Geld ersparen und die Jahreskollekte nicht unnötig verbrauchen wollte. Die hat sich nämlich dazu entschlossen, ein Kirchenfresko des Malers Elías García Martinez aus dem 19. Jahrhundert, von dem langsam, aber unaufhaltsam die Farbe abblätterte, eigenhändig zu restaurieren, damit es im alten Glanz erstrahlen sollte. Ob es dem Heiland gefallen hat, dass und vor allem wie die Frau Hand an ihn legte, ist nicht verbürgt, aber das Ergebnis dürfte ihm missfallen haben. Es sei denn, dass er inzwischen ganz modernistisch denkt, wer weiß das schon …

In seinem herrlich erfrischenden Beitrag bei welt ...

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