Deutliche Verbesserungen der Sanierungschancen für angeschlagene Unternehmen durch das ESUG

Wenn von einem Rechtsgebiet mit Fug und Recht behauptet werden kann, dass es in jüngster Zeit Brennpunkte entfacht hätte, dann ist es das Insolvenzrecht. Mit dem zum 01.03.2012 in seinen wesentlichen Teilen in Kraft getretenen Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) hat der bundesdeutsche Gesetzgeber einen erheblichen Paradigmenwechsel herbeigeführt und das rechtliche Umfeld, in dem sich ab jetzt die Insolvenzberatung ebenso wie Insolvenzverwaltung bewegen müssen, an wichtigen Stellen massiv verändert.

Eine wesentliche Neuerung betrifft die Möglichkeit, bereits unmittelbar nach Stellung des Insolvenzantrages einen vorläufigen Gläubigerausschuss einzurichten. Dessen Befugnisse sind insbesondere in § 56 a InsO geregelt und betreffen zum einen die Auswahl des vorläufigen Insolvenzverwalters. Vor dessen Bestellung durch das Gericht ist dem Ausschuss nämlich Gelegenheit zu geben, sich zu den Anforderungen, die an den zu bestellenden Verwalter zu stellen sind und zur Person des möglichen Verwalters zu äußern, soweit dies nicht offensichtlich zu einer nachteiligen Veränderung der schuldnerischen Vermögenssituation führt. Von einem einstimmigen Vorschlag des vorläufigen Gläubigerausschusses zur Person des vorläufigen Verwalters darf das Insolvenzgericht nur dann ausnahmsweise abweichen, wenn die vorgeschlagene Person für die Übernahme des Amtes nicht geeignet ist. Hatte das Insolvenzgericht aus Sorge vor einer nachteiligen Veränderung der Vermögenssituation des Schuldners von einer Anhörung vor der Bestellung des vorläufigen Verwalters abgesehen, kann der vorläufige Gläubigerausschuss in seiner ersten Sitzung einstimmig eine andere Person als die vom Gericht vorgesehene zum vorläufigen Insolvenzverwalter wählen ...

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