Alle Hühneraugen zugedrückt: „Eigentlich habe ich mich seit dem Jahr 2000 immer legal verhalten, Herr Richter …“

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….. meinte mein Mandant in der gestrigen Hauptverhandlung und schaute den Direktor des Amtsgerichts Witten in dessen Funktion als Vorsitzender des Schöffengerichts treuherzig an. „Eigentlich … ja eigentlich sollten wir mal einen Blick in ihr Strafregister werfen“, antwortete der erfahrene Richter milde lächelnd und verlas durchaus genüsslich ein gutes Dutzend Eintragungen aus dem Bundeszentralregister, die seit der Jahrtausendwende zusammengekommen waren. „Das waren ja fast nur Verkehrsdelikte“, gab der 40-jährige Familienvater zu bedenken. „Ach so, und die zählen nicht!“, erwiderte der Vorsitzende, „aber ich lese gerne noch einmal vor“. Unter den Eintragungen befanden sich neben diversen Verkehrsdelikten wie Fahren ohne Fahrerlaubnis, Nötigung im Straßenverkehr etc. auch Eintragungen wegen Beleidigung, Unterhaltspflichtverletzung und Betrug in mehr als hundert Fällen, wobei der letztgenannte Vorwurf immerhin mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe belegt worden war. Die Bewährungszeit war zwar abgelaufen, die Strafe war aber im Hinblick auf das jetzt anstehende Verfahren noch nicht erlassen worden.

„Zu dem Fahren ohne Fahrerlaubnis ist es nur gekommen, weil mein Onkel gestorben war“, erklärte mein Mandant, „ich musste dringend zu meiner Tante fahren ...

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