Unkalkulierbares Risiko: der unfreie “Freie Mitarbeiter”

Immer wieder kommt es in der Praxis vor, dass ein Unternehmer wutentbrannt vorspricht und erklärt, er hätte eine Betriebsprüfung gehabt und müsse nun Tausende von EUROs nachzahlen. Wie das denn ginge wird gefragt, schließlich habe der Mitarbeiter doch selbst den Wunsch geäußert als “Freier” arbeiten zu wollen. Der Vertrag sei doch auch eindeutig und überhaupt was geht es die Rentenversicherung an, ob einer Arbeitnehmer ist oder nicht, schließlich kümmere sich doch der “Freie Mitarbeiter” selbst um seine Krankenversicherung und die Steuern. Blankes Entsetzen steht dann bei den Leuten im Gesicht, wenn man ihnen sagen muss, dass sie aus der Nummer nicht mehr oder nur sehr, sehr schwer wieder rauskommenkönnen. Als Anwalt fragt man sich eher, wie die Leute es aushalten auf einem Pulverfass zu leben, das einem jederzeit um die Ohren fliegen kann. Wissen die da draußen echt nicht, welches Risiko sie eingehen, wenn sie offensichtlich abhängig Beschäftigte als “Freie Mitarbeiter” für sich arbeiten lassen?

Ein “Freier Mitarbeiter” muss wirklich frei sein. Das heißt, er muss in der Gestaltung seiner Arbeitsbedingungen frei und im wesentlich weder in zeitlicher, örtlicher oder fachlicher Hinsicht den Weisungen des Auftraggebers direkt unterworfen sein. Vor allem ist er gewöhnlich nicht in die Organisationsstruktur des Auftraggebers eingegliedert. Tatsächlich sind echte Freie Mitarbeiter hochqualifiziert oder besonders künstlerisch begabt, also Programmierer, Musiker, bildende Künstler und ähnliches ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK