Das Pferd in der Milchglasscheibe

Wie wahrscheinlich ist es, dass ein von einem erfahrenen Reiter (Pferdewirtschaftsmeister) gerittenes Pferd in eine oberhalb der Bande von 1,65 m befindliche Milchglasscheibe gerät? Diese Frage mussten das Landgericht Münster und das Oberlandesgericht Hamm in zweiter Instanz beantworten.

Die Klägerin als Halterin des verletzten Pferdes machte aus dem Gesichtspunkt der Verletzung der Verkehrssicherungspflicht Schadensersatzansprüche gegen die Betreiberin und Eigentümerin der Reitanlage geltend. Das Landgericht Münster kam zu einem Schadensersatzanspruch von 2/3 des entstandenen Schadens. Der Widerklägerin, die den Schaden an dem Fenster geltend machte, bekam folgerichtig zu 1/3 Ersatz zugesprochen. Hiergegen gingen beide Parteien in Berufung.

Das Oberlandesgericht Hamm wies nun die Klage ab und gab der Widerklage vollkommen recht. Nach Auffassung des Senats besteht bereits dem Grunde nach kein Schadensersatzanspruch. Dieser könne sich nur aus § 823 BGB unter dem Gesichtspunkt der Verletzung der Verkehrssicherungspflicht ergeben.

Der Senat führt aus, dass eine Gefahr erst dann haftungsbegründend wird, wenn für ein sachkundiges Urteil die nahe liegende Möglichkeit ergebe, dass Rechtsgüter anderer verletzt werden. Dies sei hier nicht gegeben. Eine Verkehrssicherung, die jegliche Schädigung ausschließe, sei in der Praxis nicht zu erreichen ...

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