Krankmeldung: Muss der Arbeitnehmer mitteilen was er hat?

Nein! Das muss er nicht. Den erkrankten Mitarbeiter treffen nach § 5 EGFZG grundsätzlich nur zwei Pflichten: Die Anzeige- und die Nachweispflicht. Zum einen muss die Arbeitsunfähigkeit unverzüglich angezeigt werden. Dabei ist der Arbeitgeber auch – soweit bekannt oder einschätzbar – über die voraussichtliche Dauer zu informieren. Zum anderen muss die Arbeitsunfähigkeit spätestens nach Ablauf von 3 Werktagen ärztlich bescheinigt werden. Die auf gelben Formblättern erteilten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen sehen im Durchschlag für den Arbeitgeber keine Diagnosemitteilung vor. Grundsatz: Keine Mitteilungspflicht über Art und Ursache der Erkrankung Der Arbeitnehmer ist gesetzlich nicht verpflichtet, über Art und Ursache seiner Erkrankung Auskunft zu geben. Darauf weist das Online Portal Haufe aktuell hin. Grundsätzlich geht das individuelle Persönlichkeitsrecht nämlich den Arbeitgeberinteressen vor. Dies gilt auch, wenn es für den Arbeitgeber aus betrieblichen Gründen von Interesse ist zu wissen, wie lange der Arbeitnehmer voraussichtlich noch ausfallen wird. Erst im Rahmen eines Prozesses um eine krankheitsbedingte Kündigung muss der Arbeitnehmer gegebenenfalls seine Ärzte von der Schweigepflicht entbinden.

Aber Achtung: Bei Gefahr für Dritte sieht es anders aus Der Arbeitnehmer ist als Vertragspartner des Arbeitgebers jedoch auch zum Schutz und zur Rücksichtnahme verpflichtet. Besteht die Gefahr, dass die Erkrankung ernsthafte Auswirkungen auf Dritte im Arbeitsverhältnis haben kann (z. B. Ansteckung von Kollegen oder Kunden mit Rotaviren), muss der Arbeitnehmer deshalb hierauf hinweisen. Nur dann können notwendige Schutzmaßnahmen oder erforderliche Untersuchungen eingeleitet werden. Bei üblicherweise nicht schwerwiegend verlaufenden Infektionskrankheiten wie z. B. Scharlach dürfte aber keine Hinweispflicht bestehen, solange sich der Arbeitnehmer während der Genesung vom Betrieb fern hält ...

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