Wie die Axt im Walde

Daniel Deckers kommtentiert in der FAZ die aktuellen Entwicklungen rund um Ehe und Familie. Er sieht die grundgesetzlich geschützte besondere Rechtsposition dieser beiden Institute in Gefahr. Zum Schluss ist er sich noch nicht einmal zu schade den vollkommen an den Haaren herbeigezogenen Vergleich zwischen der Anerkennung eingetragener Lebenspartnerschaften und der Indienststellung von Ehe und Familie für den Staat während der Zeit des Nationalsozialismus. Mal wieder schwingt sich also ein katholischer Theologe auf und argumentiert mit dem Grundgesetz, statt die katholische Moraltheorie zu bemühen. Das sei ihm selbstverständlich unbenommen. Allerdings spricht hier doch einiges gegen die rein katholische Auslegung. Vor allem dann, wenn seine Auslegung über das wohl eher gewünschte Wortverständnis kaum herausreicht. „Besonderer Schutz“ soll es also sein. Das klingt doch nach einem ziemlichen Alleinstellungsmerkmal. Das kann eigentlich nur bedeuten, dass alles was unter die Begriffe Ehe und Familie fällt außerordentlich besser zu stellen ist als vergleichbare Konstruktionen, die ihm nach derzeitigem Verständnis nicht unterfallen, nicht wahr? Unabhängig von der Tatsache, dass der Gesetzgeber bei einem solch gesellschaftlich-politisch brisanten Thema einen weiten Gestaltungsspielraum für seine Rechtssetzungsakte haben dürfte, erscheint für mich viel wahrscheinlicher, dass der besondere Schutz eben keine positive Pflicht des Gesetzgebers umfasst, sondern etwaige Besserstellungen vielmehr überhaupt erst gestattet, sich Art. 6 I GG mithin als lex specialis zu Art. 3 GG positioniert, welcher hier Unterscheidungen erlaubt, gleichwohl nicht dazu verpflichtet ...Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK