Stundenverrechnungssätze / Zumutbarkeit der Verweisung auf eine “freie Werkstatt” / Amtsgericht Augsburg – Fachanwalt für Verkehrsrecht und Versicherungsrecht Michael Schmidl, www.meyerhuber.de

Der Bundesgerichtshof hat in seinen Entscheidungen zu den Stundenverrechnungssätzen die Vorgaben gemacht. Grundsatz und Kalkulationsgrundlage für den Kfz-Sachverständigen: Die Stundenverrrechnungssätze der markengebundenen Werkstätten. Ausnahme: Günstigere Reparaturmöglichkeit in einer mühelos und ohne weiteres zugänglichen “freien Fachwerkstatt” auf Verweisung des Schädigers, wenn dieser darlegt und ggf. beweist, dass eine Reparatur in dieser Werkstatt vom Qualitätsstandard her der Reparatur in einer markengebundenen Fachwerkstatt entspricht, und wenn er ggf. vom Geschädigten aufgezeigte Umstände widerlegt, die diesem eine Reparatur außerhalb der markengebundenen Fachwerkstatt unzumutbar machen würden.

Was ist dem Geschädigten unzumutbar?

Auch insoweit hat sich der BGH schon geäußert: Unzumutbar ist eine Reparatur in einer “freien Fachwerkstatt” für den Geschädigten, wenn

1. das beschädigte Fahrzeug im Unfallzeitpunkt nicht älter als drei Jahre war oder

2. der Geschädigte sein Fahrzeug bisher stets in einer markengebundenen Fachwerkstatt hat warten und reparieren lassen oder

3. die “freie Fachwerkstatt” für den Geschädigten nur deshalb kostengünstiger ist, weil nicht die marktüblichen Preise dieser Werkstatt, sondern vertraglich vereinbarte Sonderkonditionen des Versicherer des Schädigers zugrunde liegen.

Wann liegen Sonderkonditionen zugrunde?

Wenn genau auf diese Sonderkonditionen verwiesen wird, ist sicher Unzumutbarkeit gegeben: Wird auf die – zwischen Versicherer und “freien Werkstatt” vereinbarten – Sonderkonditionen verwiesen, liegen nicht die (markt-)üblichen Preise dieser Werkstatt zugrunde ...

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