Abstellungspflicht bei Olympia?

Olympia ist vorbei. Einige Bundesligaprofi, wie etwa Diego Benaglio, nahmen an der Fussball-Endrunde teil, andere “verzichteten”.

In Peking 2008 sorgten die Fälle Diego und Rafinha für Aufsehen. Diese wurden vom brasilianischen Verband nominiert, die Vereine wollten jedoch die Spieler nicht abstellen, weil die Bundesliga damals bereits anfangen sollte. Auch wenn es diesmal nicht zu solch namhaften Problemfällen kam, stellt sich die Frage nach der Wirksamkeit der Asbtellungspflicht.

Nach Art. 1 Abs. 1 FIFA-Status-Reglement sind Fußballvereine grundsätzlich dazu verpflichtet, ihre registrierten Spieler für die Verbandsauswahl des Landes abzustellen, für das die Spieler aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit spielberechtigt sind. Nach Absätzen 2 und 3 gilt dies aber nur zwingend für alle Spiele des internationalen Spielkalenders der FIFA sowie für solche Spiele, für die gemäß Sonderbeschluss des FIFA-Exekutivkomitees eine Abstellungspflicht besteht.

Problem: Die Olympischen Spiele sind gerade nicht Teil dieses internationalen Spielkalenders. Warum das so ist, kann man nicht eindeutig sagen. Vielleicht liegt es an der geringeren Bedeutung des Turniers, schließlich nehmen regelmäßig Spieler unter 23 Jahren teil (drei Spieler über 23 Jahren sind erlaubt).

FIFA-Präsident Blatter und letztendlich ein FIFA-Einzelgericht argumentiert etwa so: Die “Fußballfamilie” sei sich stets einig darin gewesen, dass Spieler unter 23 Jahren (nicht jedoch über 23 Jahren) für das olympische Fußballturnier der Männer abzustellen seien. Angesichts der Bedeutung des olympischen Fußballturniers für die gesamte Sportbewegung sei auf Grundlage des Gewohnheitsrechts die Abstellung für alle Klubs zwingend. Dagegen spreche auch nicht, dass sich der Termin nicht im internationalen Spielkalender widerfinde ...

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