Wie viel Staat braucht der CO2-Markt?

(c) BBH

Rein theoretisch sinken die CO2-Emissionen mit dem Emissionshandel von selbst: Der Staat legt einmal vor Beginn einer Handelsperiode fest, wie viele Zertifikate insgesamt existieren und schaut dann zu, wie sich nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage der Preis bildet. Um den Klimaschutz muss er sich dabei keine Gedanken machen: Egal, wie hoch der Preis ausfällt, ist stets gewährleistet, dass nicht mehr emittiert wird als geplant. Schließlich existieren ja nicht mehr Zertifikate als ausgegeben werden (zum Thema Zuteilungsverfahren berichteten wir bereits hier).

Rein praktisch scheint der Kommission bei Zertifikatepreisen von rund € 7,00 der Emissionshandel nicht mehr recht zu schmecken. Dabei beteuert die Brüsseler Behörde, ihr Unmut habe nichts mit dem Umstand zu tun, dass bei niedrigen Kursen die geplanten Versteigerungen viel weniger Geld in die Kassen der klammen Mitgliedstaaten spülen. Der Kommission geht es allein um den Klimaschutz: Sie befürchtet nach eigenen Verlautbarungen, aufgrund der niedrigen Zertifikatepreise könnten Anreize verloren gehen, in energiesparende und klimafreundliche Technologien zu investieren.

Um die Preise wieder hochzuhieven, plant EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard einen drastischen Eingriff in den Markt: Am 25.07.2012 legte sie einen Regelungsentwurf vor, der der Kommission die Änderung der CO2-Auktionsverordnung (Verordnung (EU) Nr. 1031/2010) erlauben soll, zu der sich Mitgliedstaaten und Marktteilnehmer bis zum 03.10.2012 äußern sollen. Dieser Entwurf basiert auf dem bereits im Dezember 2011 vom Umweltausschuss des Europäischen Parlaments formulierten Vorschlag, ab Beginn der dritten Handelsperiode 1,4 Mrd. Zertifikate zurückzuhalten (wir berichteten) oder gar – dies hat sich allerdings nicht durchgesetzt – einfach weniger Berechtigungen auszugeben als geplant ...

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