Das Episkopat und das Grundgesetz

Laut einer Meldung der Katholischen Nachrichtenagentur wendet sich der Vorsitzende der Familienkommission der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Tebartz van Elst, gegen die Ausweitung des Ehegattensplittings auf homosexuelle Lebensgemeinschaften. «Aufgrund der besonderen Bedeutung der Ehe ist es sinnvoll und der staatlichen Gemeinschaft selbst förderlich, wenn der Staat Ehe und Familie besonders schützt und fördert» wird der Bischof zitiert. Die Meldung fährt fort: “Nach katholischem Verständnis sei die Ehe ein «Bund zwischen Mann und Frau in gegenseitiger Verantwortung, der für die Weitergabe des Lebens offen ist», so der Bischof. Das Grundgesetz stelle die Ehe deshalb unter besonderen Schutz. Daraus ergäben sich Rechtsnormen, zu denen auch die Regelung des so genannten Ehegattensplitting gehöre.”

Mich erinnerte diese Meldung an die Geschichte eines Freundes, der einst eine Predigt des damaligen Erzbischofs von München und Freising, Kardinal Wetter, hörte, in der dieser sinngemäß ausführte: Schwangerschaftsabbruch verstößt gegen…das Grundgesetz. Es ist nun nichts dagegen zu sagen, dass die Kirche sich nicht mit liberalen Moralvorstellungen identifiziert. Das Problem ist ein anderes. Persönlich gehe ich als Katholik nicht in die Kirche, um eine Grundgesetzinterpretation zu hören. Diese sind bei alles Respekt meistens mittlerer Art und Güte, vor allem aber ohne Bezug zum katholischen Glauben. Als Grundrechtsinterpret spricht eben nicht der Bischof, sondern notwendig der Bürger. Bürger Tebartz van Elst aber irrt sicherlich mit dem “deshalb” im obigen Zitat. Das Grundgesetz ist in keinem Fall so gefasst, wie es gefasst ist, weil dies katholischem Glauben entspricht. Dies ist für eine demokratische Verfassung ausgeschlossen ...

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