Waffenbesitzkarte für Harpune

Die Meldung treibt mich seit ein paar Tagen um:

Ein Museum in Münster hat für eine Ausstellung über Wale eine Kanone mit einer riesigen Harpune aufgetrieben und damit gleich mehrere Behörden auf den Plan gerufen. “Obwohl die Kanone nicht mehr einsatzfähig ist, fällt sie immer noch unter das Waffenrecht”, erläuterte Ausstellungsmacher Jan Ole Kriegs.

Der Kurator beim LWL-Museum für Naturkunde musste für die 1,5 Tonnen schwere Schenkung aus Amsterdam eine Waffenbesitzkarte beantragen. Die Harpune hat ein Kaliber von 90 Millimetern… Quelle: Welt 01.08.2012

Der Normalbürger schüttelt den Kopf, der auf das Waffenrecht spezialisierte Rechtsanwalt kann das anfangs noch ganz locker erklären:

“Ist doch klar, die Harpune ist eine Schußwaffe im Sinne des Gesetzes:

Schusswaffen sind Gegenstände, die zum Angriff oder zur Verteidigung, zur Signalgebung, zur Jagd, zur Distanzinjektion, zur Markierung, zum Sport oder zum Spiel bestimmt sind und bei denen Geschosse durch einen Lauf getrieben werden. Anlage 1, Abschnitt 1, Unterabschnitt 1, Nr. 1.1 WaffG

und da es sich nicht um ein Unterwasserportgerät handelt, ist es nicht gemäß Anlage 2, Abschnitt 3, Unterabschnitt 1 eine vom Gesetz ausgenommene Waffe. Einfache Rechtsanwendung!”

Antwort des Jüngsten beim Frühstück: “Na gut, bescheuert, aber o.k.! Aber:

Was ist mit der Zuverlässigkeit? Was ist mit dem Bedürfnis? Das Museum ist weder Jäger, noch Sportschütze, noch Sammler oder dergleichen! Was ist mit der Sachkunde? Und die Aufbewahrung?” Warum ist der Junge eigentlich nicht in der Schule?!

Die Frage nach dem Bedürfnis ist einfach zu beantworten:

§ 8 WaffG “Der Nachweis eines Bedürfnisses ist erbracht, wenn gegenüber den Belangen der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung

1 ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK