Die Ausbildungsentschädigung bei Fussballern aus europarechtlicher Sicht

Immer wieder ist von der sogenannten “Ausbildungsentschäfigung” zu lesen. Meistens geht es um Profis die einen Ausbildungsvertrag unterschrieben haben die beispiesweise folgende Klausel enthält:

“Wechselt der von X ausgebildete Spieler Y vorAufnahme der ersten Profitätigkeit, oder innerhalb der ersten beiden Profijahren, so muss er dem Verein die für ihn angefallenen tatsächlich enstandenen Ausbildungskosten ersetzen”

Abgesehen davon, dass in Wirklichkeit meist der neue Verein und nicht der Spieler die Kosten trägt stellt sich die Frage nach der Vereinbarkeit mir dem Euroarecht.

I. Anwendung des Europarechts

Grundsätzlich richten sich die Grundfreiheiten an die Mitgliedstaaten als Adressaten. Der EuGH bejaht jedoch eine „mittelbare Drittwirkung“ für alle Verträge zwischen Privatpersonen. Grund dafür ist, dass andernfalls die Grundfreiheiten durch vertragliche Gestaltungen umgangen werden könnten und dies der praktischen Wirksamkeit der einheitlichen Anwendung des Unionsrechtes der Mitgliedstaaten widersprechen würde (effet utile).

Ein bei einem Fussballverein beschäftigter Berufsspieler ist nach Unionsrecht als Arbeitnehmer anzusehen. Die Ausübung des Profiports fällt außerdem unter das Unionsrecht, weil es zum Wirtschaftsleben zählt (Mehr dazu Bosman)

II. Eingriff in die Arbeitnehmerfreizügigkeit Art.45 AEUV

Die Arbeitnehmerfreizügigkeit wird nicht bloß als bloßes Diskriminierungsverbot angesehen, sondern mittlerweile auch als allgemeines Beschränkungsverbot verstanden. Weil der Spieler nicht bei einem neuen Verein spielen kann, ohne dass er die Ausbildungsentschädigung zahlt, ist hier eine allgemeiner Eingriff in die Arbeitnehmerfreizügigkeit zu sehen.

III. Rechtfertigung

Auch wenn die geschriebenen Rechtfertigungsgründe des Art. 45 Abs. 3 AEUV hier nicht eingreifen, kann ein Eingriff wegen den Besonderheiten des Sports gerechtfertigt werden ...

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