Literaturhinweis: Leopoldina zeigt Grenzen für Bioenergie auf

● Von Roberta Wendt, Berliner Informationsdienst zur Energiepolitik ● Nachdem pflanzliche Biomasse, die aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, Getreide oder Stroh gewonnen wird, lange als klimaneutral und gut speicherbar galt, mehren sich nun die kritischen Stimmen zur Effizienz und CO2-Wirkung von Biomassenenergie. Am 26.07.2012 publizierte die Leopoldina, Nationale Akademie der Wissenschaften, die Studie „Bioenergie: Möglichkeiten und Grenzen“. Die Studie beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Produktion von Biokraftstoffen und Biogas und warnt vor den großflächig angebauten, pflanzlichen Monokulturen, die zur Gewinnung von Bioenergie benötigt werden. Zwischen 2005 und 2011 wurden die Anbauflächen für Mais in Deutschland auf 700.000 Hektar verzehnfacht. Die Nährstoffbelastung der Böden und Gewässer sowie die Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion werden als Hauptkritikpunkte geäußert. Zusätzlich kommt die Studie zu dem Schluss, dass die Erzeugung von Biodiesel, Bioethanol und Biogas in der Regel deutlich mehr Fläche verbraucht als andere regenerative Energiequellen und zudem mehr Treibhausgase in den Landwirtschaftsbetrieben verursacht. Scharfe Kritik wird auch am Plan der Europäischen Union geäußert, der bis zum Jahr 2020 zehn Prozent aller Treibstoffe auf Biomasse umzustellen will. Die Studie schließt mit dem Hinweis auf vielversprechende Ansätze zur Wasserstoffproduktion. Die in der Studie der Leopoldina zusammengefassten Erkenntnisse stehen im scharfen Kontrast zu dem in 2011 erschienene Report „Renewable Energy Sources and Climate Change Mitigation“ des Welklimarates IPCC. Dieser stellt fest, dass in der globalen Energiegewinnung von alternativen Ressourcen keine Risiken zu erwarten sind ...Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK