Wenn der Strafverteidiger sich über die Anklage freut

Geradezu befremdet war ich, als ein Strafverteidiger vor einiger Zeit in einer Fortbildungsveranstaltung ausführte, daß er in Ermittlungsverfahren regelmäßig keine Stellungnahme abgebe und hoffe, daß Anklage erhoben werde. Es sei doch für den Mandanten viel besser, wenn es zu einer Anklage und dann auch Hauptverhandlung komme. Wenn dann nämlich ein Freispruch erfolge, dann habe der Staat die Kosten der Verteidigung zu tragen. Auch könne das Verfahren dann nicht mehr wie etwa bei einer Einstellung mangels Tatverdachts jederzeit wieder aufgenommen werden.

Diese Berufsauffassung scheint auch jener Kollege zu teilen, über den hier berichtet wird und der ohne Kenntnis der Ermittlungsakte darauf vertraut, daß der Mandant angeklagt wird, da er andernfalls kein Geld sehen wird.

Bei dieser Berufsauffassung sträuben sich mir förmlich die Nackenhaare ...

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