Aus der NZZ: "Vom Menschenrecht auf einen «Automower»"

Eine Steuerpflichtige aus dem Kanton Zürich sah gleich vier Artikel der Bundesverfassung verletzt, weil ihr das Steueramt nicht erlaubte, den Betrag für einen Rasenmäherroboter abzuziehen. Sie fand aber beim Verwaltungsgericht kein Gehör.

Wer ein Haus besitzt, darf die Unterhaltskosten von den Steuern abziehen. Das tönt einfach; in der Praxis steckt aber fast eine Wissenschaft dahinter. Beim kantonalen Steueramt ist ein knapp 20-seitiges Merkblatt erhältlich, in dem neben Grundsätzlichem und einigen Musterbeispielen auch ein ausführlicher Abgrenzungskatalog zu finden ist. Darin werden alle möglichen Fälle – von der Fassadensanierung über den neuen Blitzableiter bis zum Einbau einer Sauna – in steuerlicher Hinsicht beleuchtet. Grundsätzlich gelten als abzugsfähige Kosten «wiederkehrende Aufwendungen, deren Ziel nicht die Schaffung neuer, sondern die Erhaltung bereits vorhandener Werte ist». Nicht abzugsfähig sind also Investitionen, die den Vermögenswert vermehren oder die als Liebhabereien zu taxieren sind. Man kann das, wie es das Verwaltungsgericht in seinem Urteil tut, am Beispiel eines Rasenmähers abhandeln: Das erste Anschaffen des Rasenmähers ist wertvermehrend und nicht abzugsfähig. Hingegen dürfen die Kosten für die Ersatzanschaffung des Rasenmähers abgezogen werden, weil sie werterhaltend wirken. Das gilt aber nur, wenn das Ersatzgerät qualitativ nicht besser ist. Sonst wäre zumindest der wertvermehrende Anteil nicht abzugsfähig. 5080 Franken teurer Roboter Soweit die Theorie. Konkret ging es darum, dass eine Steuerpflichtige aus dem Kanton Zürich beschloss, sich einen Rasenmäherroboter des Typs Automower Husqvarna 230 ACX anzuschaffen, und die 5080 Franken, die er kostete, von den Steuern abziehen wollte. Sie hatte allerdings die Rechnung ohne das kantonale Steueramt gemacht, das nur einen Abzug von 600 Franken für einen Standard-Rasenmäher erlaubte ...

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