Tote Kois, das Gefälligkeitsverhältnis und die Fernbedienung

Bei einem sogenannten Gefälligkeitsverhältnis ist in der Regel eine Haftung für Schäden ausgeschlossen. Ergibt sich jedoch aus der Auslegung der jeweiligen Situation, dass ein Haftungsausschluss durch die Beteiligten gerade nicht gewollt gewesen ist, so hat die Haftpflichtversicherung für den entstandenen Schaden zu zahlen.

So die Entscheidung des Landgerichts Magdeburg in dem hier vorliegenden Fall von 24 toten Kois und zwei Stören, die durch eine Unachtsamkeit der Schwägerin des Besitzers gestorben sind und für die 14.600,00 € Schadensersatz von der privaten Haftpflichtversicherung der Schwägerin verlangt werden. Der Kläger aus Schönebeck hält in seinem Gartenteich teure Kois. Der Fischteich hat einen Eisfreihalter, der bei Frosttemperaturen dafür sorgte, dass ein kleiner Bereich des Teiches eisfrei bleibt, damit die Fische nicht ersticken. Zum Jahreswechsel 2010/2011 machte der Kläger Urlaub und bat seine Schwägerin die Blumen im Haus zu gießen. Die Schwägerin goss die Blumen betätigte aber auch versehentlich eine auf dem Fensterbrett liegende Fernbedienung. Leider drückte sie dabei einen Knopf der unter anderem den Eisfreihalter ausschaltete ...

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