Die Bezeichnung “Winkeladvokatur” ist ehrverletzend

Das Oberlandesgericht Köln hat am 18.7.2012 (OLG Köln, Urteil vom 18.7.2012, Az. 16 U 186/11) eine Entscheidung des Landgerichts (LG Köln, Urteil vom 15.11.2011, Az. 5 O 344/10) bestätigt, das einem Rechtsanwalt untersagt hatte, im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit die Kanzlei seines Kollegen als “Winkeladvokatur” zu bezeichnen.

Der gemeine Winkeldovkat

Nachdem mir die Bedeutung des Worts zunächst gar nicht klar war, klärte Wikipedia wie folgt auf:

„Der Ausdruck Winkeladvokat oder Winkelschreiber bezeichnet ursprünglich eine Person, die sich, ohne Rechtsanwalt (früher Advokat genannt) zu sein, berufsmäßig damit befasst, gegen Entgelt die Rechtsangelegenheiten anderer zu erledigen. Heute ist der Ausdruck eine abwertende Bezeichnung für einen Anwalt, dem es an juristischen Kenntnissen mangelt und der auf unlautere Methoden zurückgreift.“

Also ein Ahnungsloser, der seine Unfähigkeit mit Tricksereien vertuscht. Insbesondere unter Anwälten unerhört!

Der Kollege Stadler sieht das Urteil kritisch und bemängelt unter anderem, dass die Gerichte das Recht auf freie Meinungsäußerung, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Äußerung innerhalb eines Rechtsstreits fiel, nicht ausreichend beachtet hätten. Außerdem sei nicht der Anwalt persönlich als Winkeladvokat, sondern lediglich die Kanzlei als „Winkeladvokatur“ bezeichnet worden ...

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