5A_754/2011 (amtl. Publ.): Für die Anerkennung und Vollstreckung eines in englischer Sprache verfassten Schiedsspruchs ist dessen vollständige Übersetzung nicht zwingend erforderlich

Im Entscheid 5A_754/2011 vom 2. Juli 2012 setzte sich das Bundesgericht mit der Frage auseinander, ob die Partei, die um Anerkennung und Vollstreckung eines in englischer Sprache verfassten Schiedsspruchs nachsucht, eine beglaubigte Übersetzung des gesamten Schiedsspruchs beibringen muss (Art. IV Abs. 2 NYÜ). Im zu beurteilenden Fall reichte die Beschwerdegegnerin eine beglaubigte Übersetzung des Dispositivs und eine nicht beglaubigte Übersetzung der Kosten- und Entschädigungsregelung ein, nicht aber eine Übersetzung des gesamten Schiedsspruchs, der 160 Seiten umfasste. Die Vorinstanz entschied, dass sie über ausreichende Englischkenntnisse verfügen würde, weshalb auf eine Übersetzung des restlichen Schiedsspruchs aus prozessökonomischen Gründen verzichtet werden könne, zumal in Bezug auf die strittige Kosten- und Entschädigungsregelung eine Übersetzung - wenn auch nicht beglaubigt - vorliege. Das Bundesgericht gelangte unter Auslegung von Art. IV Abs. 2 NYÜ zum selben Schluss:
5.4.3 Der Zweck des NYÜ ist es, die Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Schiedssprüche zu erleichtern, weshalb das Übereinkommen vollstreckungsfreundlich auszulegen ist. Die Gerichte haben einen pragmatischen, flexiblen und nicht formalistischen Ansatz anzuwenden (...). 5.4.4 Die Formerfordernisse gemäss Art ...
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