OLG Bamberg: Konkrete Anhaltspunkte für Testierunfähigkeit erforderlich

Üblich sind zwei Angriffspunkte gegen die Wirksamkeit von Testamenten: Testamentsfälschung und Testierunfähigkeit. Das OLG Bamberg hatte sich mit einem Erbscheinsverfahren zu beschäftigen, in dem die Schwester des Verstorbenen gegen das einige Tage vor dem Tod errichtete notarielle Testament die Testierunfähigkeit des Verstorbenen einwendete (Beschluß vom 19.6.2012, 6 W 20/12; § 2229 Abs. 4 BGB)). In diesem Testament hatte der Verstorbene seine Lebensgefährtin zur Alleinerbin eingesetzt und so seine Schwestern enterbt.

Das OLG Bamberg bestätigte die Entscheidung des Nachlassgerichts, dass ein psychiatrisches Sachverständigengutachten nicht eingeholt werden müsste. Dieses ist nur erforderlich, wenn konkrete Anhaltspunkte bestehen, an der Testierfähigkeit zu zweifeln. Allein der Umstand, dass der Erblasser sich im fortgeschrittenen Stadium einer Krebserkrankung befunden hat, stelle keinen solchen Anhaltspunkt dar ...

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