Spätstarterin

Im Juni 2005 schaffte die Tochter ihr Abitur. Sie hätte gern Zahnmedizin studiert (was sie ihrem Vater mitteilte) – allein ihr Notendurchschnitt war dafür eher suboptimal.

Also begann sie eine Lehre zur zahnmedizinischen Angestellten, die sie erfolgreich abschloss. Anschließend arbeitete sie in dem erlernten Beruf.

Dann endlich, zum WS 2010/2011 bekam sie – nach dem sie sich jedes Jahr aufs Neue beworben hatte - den lang ersehnten Studienplatz in Zahnmedizin.

Nun verlangt sie von ihrem Vater (anteilig neben der Mutter) Unterhalt und bekam ihn vom OLG Hamm auch zugesprochen.

Der vom BGH geforderte zeitliche Zusammenhang zwischen der Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten und dem Zahnmedizinstudium ist im Streitfall ebenfalls gegeben. Das liegt allerdings nicht von vorneherein auf der Hand, weil die Antragstellerin eben nicht unmittelbar nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung am 13.07.2007 das Studium antrat, sondern erst knapp drei Jahre später. Diese durchaus beachtliche „Zeitlücke“ ist allerdings nicht von der Antragstellerin zu vertreten und ihr unterhaltsrechtlich nicht vorzuwerfen ...

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