Fussball Urteile Classics: Der Piau-Fall

Der Sachverhalt

Zum 1.1.1996 trat das FIFA Spielervermittler Reglement in Kraft.

Der Bereich der Spielervermittlung (oder auch Spielerberatung mehr hier) sollte also reguliert werden. Spielervermittler benötigten plötzlich eine FIFA-Lizenz. Um diese zu bekommen musste zunächst eine Prüfung bestanden werden, eine Bankgarantie hinterlegt werden (später alternativ den Abschluss einer Haftpflichtversicherung) und Verträge zwischen Berater und Spieler durften nun nur noch auf zwei Jahre befristet sein. Auch wenn Rechtsanwälte, Geschwister, Elternteile und Ehegatten des Spielers keine Lizenz benötigten, passte diese Regulierung einigen Beratern gar nicht. (mehr dazu hier)

So kam es auch dazu, dass der französische Spielerberater Laurent Piau gegen das Reglement klagte. Es verstoße gegen europäisches Kartellrecht (insbesondere Art.101 AUEV) da es den Wettbewerb einschränken würde. Laurent Piau fühlte sich benachteiligt: Er brauchte eine Lizenz, andere nicht.

Die Entscheidung

Zunächst wiederholte die Entscheidung, dass Vereine Unternehmen sind (siehe Bosman). Keine unwichtige Feststellung, denn infolge dessen kam es zu folgender Feststellung:

Die Unternehmen (Vereine) sind nämlich in nationalen Verbänden (DFB) zusammengeschlossen, welche somit als Unternehmensvereinigungen anzusehen sind. Da auch die nationalen Verbände eine wirtschaftliche Tätigkeit ausüben sind sie zugleich auch Unternehmen. Die FIFA wiederum sei demnach auch als eine Unternehmensvereinigung anzusehen, da die in ihr organisierten Verbände und Vereine Unternehmen sind, die wirtschaftliche Ziele verfolgen.

Warum das wichtig ist ?

Art.101 AEUV ist nur dann eröffnet, sofern eine Unternehmensvereinigung Beschlüsse fasst. Dieser Beschluss war hier außerdem, nicht nur sportliche motiviert, sondern es wurden gerade wirtschaftliche Tätigkeiten geregelt ...

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