Pferd tot – wer zahlt?

Mit der Frage, welche Pflichten den Inhaber einer Pferdepension treffen, hatte sich das Landgericht Coburg zu befassen.

Das Pferd der Klägerin befand sich im Pensionsstall der Beklagten. Eines Morgens im Mai 2009 erkrankte das Pferd. Die Inhaber der Pferdepension riefen den Tierarzt, der um 8.00 Uhr erschien. Dieser vermutete eine leichte Verstopfung und verabreichte ein Medikament. Trotzdem verschlechterte sich der Zustand des Pferdes im Laufe des Vormittags, so dass der Tierarzt erneut gerufen wurde. Gegen 10.30 Uhr diagnostizierte er Koliksymptome und erklärte, dass es erforderlich sei, das Pferd in eine Tierklinik zu bringen. Die Inhaber der Pferdepension beauftragten dann andere Reiterinnen, die Pferdeeigentümerin über die Erkrankung in deren 15 km entferntem Anwesen zu benachrichtigen. Als die beiden Reiterinnen dort gegen 11.00 Uhr antrafen, fanden sie niemanden vor. Sie warteten sogar bis 13.30 Uhr ab, bis die Klägerin zusammen mit ihrem Lebensgefährten zurückkehrte. Gegen 14.30 Uhr holte dann der Lebensgefährte der Klägerin das erkrankte Pferd ab und fuhr es in die Tierklinik nach Bamberg, wo es gegen 16.30 Uhr untersucht wurde. Der Versuch einer Behandlung durch Wälzen des narkotisierten Pferdes war nicht erfolgreich. Die Zustimmung zu einer 6.500,00 Euro teuren Operation erteilte die Klägerin nicht. Daher musste das Pferd am darauffolgenden Tag eingeschläfert werden.

Die Klägerin wollte nun den Wert des Pferdes, den sie mit 8.000,00 Euro angab, von den Pferdepensionsinhabern ersetzt haben. Diese hätten ihre Pflichten aus dem Einstellvertrag verletzt. Sie hätten die Erkrankung des Tieres ihr gegenüber unverzüglich am Vormittag telefonisch anzeigen müssen. Sie sei bis etwa 10.00 Uhr telefonisch erreichbar gewesen. Spätestens nach dem zweiten Besuch des Tierarztes gegen 10.30 Uhr hätten die Pensionsinhaber den Transport des Pferdes in die Klinik selbst veranlassen müssen ...

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