Reiserücktritt wegen Alkoholsucht

Eine unerwartete schwere Erkrankung liegt bei einem Rückfall aufgrund einer Alkoholerkrankung nicht vor, da man jederzeit mit seinem Eintritt und Folgen rechnen muss.

Wenn eine alkoholkranke Person nach einer Entziehungsbehandlung eine Reise bucht, aber zu diesem Zeitpunkt Alkohol zu sich nimmt, trifft das Rückfallrisiko in subjektiver Hinsicht nicht unerwartet.

So die Entscheidung des Amtsgerichts Mannheim in dem hier vorliegenden Fall, in dem es um die Zahlung einer Reiserücktrittskostenversicherung für den Nichtantritt einer Familienreise wegen eines Alkoholrückfalls der Ehefrau geht. Der Kläger buchte für sich, seine Ehefrau sowie die Tochter am 28.07.2010 eine Reise nach Mexico in der Zeit vom 19.08.2010 bis 10.09.2010 zu einem Gesamtreisepreis von 4.774,00 EUR, für welche er bei der Beklagten eine Reiserücktrittskostenversicherung abschloss. Bereits am 5.08.2010 erklärte der Kläger den Rücktritt vom Reisevertrag im Hinblick auf einen akuten Rückfall der bei seiner Ehefrau bestehenden Alkoholabhängigkeit. Durch die Stornierung entstanden dem Kläger Unkosten i.H.v. 3536,00 EUR.

Der Alkoholkonsum der Ehefrau des Klägers begann schleichend seit dem Jahr 2001. Erstmalig im Jahr 2006 erfolgte bereits eine Alkoholentzugsbehandlung in einer Suchthilfestation. Im Mai 2010 erfolgte dann für 2 Wochen eine ärztlich begleitete Entgiftung im Klinikum N.. Danach war die Ehefrau des Klägers abstinent bis Anfang Juli 2010 ein Rückfall mit der regelmäßigen Einnahme von Schnaps erfolgte, weil sie vier Wochen nach der Entlassung aus dem Klinikum in N. im Mai 2010 wieder mit – ursprünglich die Sucht auch auslösenden – Schlafstörungen zu kämpfen hatte. Anfang August 2010 versuchte die Ehefrau des Klägers dann ohne Unterstützung erneut endgültig vom Alkohol loszukommen. Der Kläger trägt vor, seine Ehefrau hätte aufgrund unvorhersehbarer schwerer Organstörungen, insbesondere Herzrhythmusstörungen, stationär am 4.08 ...

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