Versicherer torpedieren zunehmend das Recht auf ein Sachverständigengutachten eines freien Sachverständigen und fordern stattdessen Kostenvoranschläge

Versicherer torpedieren zunehmend das Recht auf ein Sachverständigengutachten eines freien Sachverständigen und fordern stattdessen Kostenvoranschläge

Hintergrund:

Die Versicherungswirtschaft hält den vom Geschädigten selbst gewählten Sachverständigen und vor allem dessen Gutachten für überflüssig.

Immerhin löst es vom Schädiger zu ersetzende Kosten aus. Ohne Gutachten trägt somit der Schädiger nicht die Kosten der Schadenermittlung, sondern das Kfz-Gewerbe, da dieses im Regelfall die Kostenvoranschläge meist ohne Berechnung fertigt.

Attraktiv ist für die Versicherungswirtschaft wohl auch, dass Kostenvoranschläge die typische Schadenposition der merkantilen Wertminderung nicht enthalten. So wird im Regelfall dem Geschädigten, die ihm zustehende Wertminderung nicht von der gegnerischen Versicherung erstattet.

Auch werden unvorhergesehene Schadenerweiterungen meist nur unter größtem Protest von der Versicherung anerkannt, da der Rechnungsendbetrag nur unwesentlich vom vorher gefertigten Kostenvoranschlag abweichen darf.

Die Situation rund um das Gutachten

Das Recht des Geschädigten, bei Schäden oberhalb der Bagatellgrenze ein Schadengutachten einzuholen, für dessen Kosten der Schädiger einzustehen hat, ist sehr stabil. Es hat bis heute allen Angriffen der Versicherungswirtschaft standgehalten. So liegt die Bagatellgrenze einer BGH-Entscheidung folgend bei einer Schadenhöhe von knapp 750,00 € inkl. MwSt. (BGH-Urteil vom 30.11.2004, Az: VI ZR 365/03).

Die niedrige Bagatellschadengrenze hat auch gute Gründe. Sie liegen nicht zuletzt in der rigiden kaufrechtlichen Rechtssprechung des BGH zur Offenbarungspflicht von Unfallschäden und der niedrigen Schwelle, bei der die Offenbarungspflicht beginnt.

1. Auch beim Kauf eines gebrauchten Kraftfahrzeugs kann der Käufer, wenn keine besonderen Umstände vorliegen, i. S. des § 434 I 2 Nr ...

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